Aus GEG wird GMG: Was nun?

„Wie heizen wir in Zukunft?" Diese Frage soll das neue „Gebäudemodernisierungsgesetz" (GMG) beantworten, das bis Juli 2026 verabschiedet werden soll.
Auf dem Weg zu den fortbestehenden Klimazielen (Klimaneutralität 2045) entfällt nun die sogenannte „65-Prozent-Regel": Demnach hätten neue Heizungen spätestens ab Mitte 2028 zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Pflicht wird es nicht mehr geben. Ebenso entfällt die Verbindung zur kommunalen Wärmeplanung.
Lohnt sich eine Wärmepumpe jetzt noch?
Die gute Nachricht für alle Hausbesitzer: Die staatliche Förderung für Wärmepumpe & Co soll bis 2029 erhalten bleiben. Aktuell liegt sie bei bis zu 70 Prozent. Der Wechsel auf eine umweltfreundliche Heizung kann sich damit richtig lohnen – für das Klima lohnt er sich ohnehin immer.
Aufgrund ihres effizienten Energieeinsatzes wird die Wärmepumpe aller Voraussicht nach weiterhin eine wichtige Rolle im Heizungsmarkt spielen – sowohl im Neubau als auch für den Bestand.
Übrigens: Auch die N-ERGIE bleibt bei ihrer Förderung: Kund*innen profitieren beim Einbau einer Wärmepumpe über das CO2-Minderungsprogramm von einem Zuschuss in Höhe von bis zu 2.400 Euro.
Soll ich mich jetzt an die Fernwärme anschließen?
Noch eine Konstante aus dem neuen Gesetzesvorhaben: Die schwarz-rote Koalition hat die Bedeutung der Fernwärme für die Zukunft hervorgehoben. Aufgrund ihrer vielen Vorteile wird Fernwärme damit in städtischen Ballungsräumen häufig die erste und beste Option sein.
In Nürnberg baut die N-ERGIE das Fernwärmenetz kontinuierlich und deutlich aus, sodass sich immer mehr Menschen und Unternehmen anschließen können. Parallel haben wir bereits zahlreiche Projekte gestartet, um die Erzeugung schrittweise immer klimafreundlicher zu gestalten. Kund*innen können sich entspannt zurücklehnen und verbessern ihre CO2-Bilanz beim Heizen über die Jahre ganz automatisch.
Wo wir ausbauen und warum sich Fernwärme lohnt: Fernwärme für Nürnberg
Kann ich meine alte Gas- oder Ölheizung einfach weiterbetreiben?
Ein häufiges Missverständnis in den Debatten um das „alte" Gebäudeenergiegesetz (GEG) war ein generell verpflichtender Austausch von bestehenden Gas- und Ölheizungen. Dieser wäre lediglich für einige „Uralt-Heizungen" vorgesehen gewesen.
Im neuen Gesetz gibt es nun keinerlei Austausch-Pflichten mehr. Einzige Auflage für den Weiterbetrieb alter Heizungen: Ab 2028 müssen alle alten Heizungen (Baujahr vor 2024), mit bis zu einem Prozent beigemischtem grünen Gas oder Öl betrieben werden. Dies müssen die jeweiligen Lieferanten sicherstellen.
Was ist mit einer neuen Gas- oder Ölheizung?
Das GMG schafft die Möglichkeit, den Heizungskeller künftig auch wieder mit neuen Gas- oder Ölheizungen auszurüsten. Dabei gilt: Für alle neuen Heizungen (seit 2024) gilt ab 2029 ein verpflichtender Anteil fossilfreier Kraftstoffe von zehn Prozent. Dieser Anteil soll auf einer gesetzlich festgelegten „Bio-Treppe" stetig ansteigen.
Vor einer Investitionsentscheidung sollten jedoch einige Punkte bedacht werden:
- Welche Mengen an grünem Gas verfügbar sein werden und wie stark die Marktpreise bis 2029 und darüber hinaus ansteigen, lässt sich Stand heute schwer abschätzen.
- Der planmäßig ansteigende CO2-Preis wird die Kosten für fossile Energieträger dauerhaft beeinflussen.
- Netzentgelte für das Erdgasnetz könnten künftig steigen, wenn die Finanzierung der Infrastruktur von immer weniger angeschlossenen Nutzer*innen getragen wird.
Gut zu wissen: Die N-ERGIE bietet bereits heute ein Ökogas-Produkt an, das die Zehn-Prozent-Quote erfüllt: ERDGAS SMART BIO 10
Was bedeutet „Bio-Treppe"?
Neu eingebaute Gas- oder Ölheizungen (ab 2024) müssen gemäß einer „Bio-Treppe" mit einem wachsenden Anteil CO2-neutraler Quellen betrieben werden.
Wie steil diese Treppe ansteigen wird? Das steht noch nicht fest. Aktuell ist lediglich bekannt, dass bis 2040 drei Stufen folgen sollen.
Woher weiß ich, was für mich die beste Lösung ist?
Was für wen die beste Option für ein warmes Zuhause ist, ist eine sehr individuelle Frage. Wir empfehlen deshalb in jedem Fall, bei einem anstehenden Austausch der Heizung eine Expertenmeinung einzuholen und sich persönlich beraten zu lassen.
Für unsere Kund*innen gibt's diese Beratung sogar komplett kostenlos: Energieberatung durch unsere Expertinnen