„Bäume brauchen Gemeinschaft“

Wie trägt Totzholz in der Pflanzfläche zum guten Wachstum der Setzlinge bei? Interessierte Schülerinnnen und Schüler am Gymnasium in Gaibach helfen Forstwirt Johannes Wagner beim Anlegen des Affolters und erfahren dabei viel über das besonders nachhaltige Konzept.
N-ERGIE unterstützt Kommunen bei nachhaltigem Pflanzansatz
Welcher Baum wächst wo am besten – auch angesichts des Klimawandels? Welche Arten gedeihen in unserer Region besonders gut? Und wie hoch ist der Pflegeaufwand? Interessante und überraschende Antworten auf diese Fragen liefert der umweltfreundliche Pflanzansatz von Gerd Meyer und Johannes Wagner. Die N-ERGIE unterstützt teilnehmende Kommunen mit Fördercents aus ihrem Ökostromprodukt PURNATUR.
„Wenn wir junge Setzlinge nicht in weiten Abständen, sondern in begrenzten Räumen von zirka 1,25 mal 1,25 Metern in eine Pflanzengesellschaft ausbringen, nutzen wir das natürliche und synergetische Verhalten von Pflanzen, erläutert Gerd Meyer. Der Inhaber der Baumschule Botanik in Weißenburg hat den Feldversuch auf Grundlage seines Fachwissens und langjähriger Erfahrung gemeinsam mit dem Forstwirt Johannes Wagner entwickelt.
Sie plädieren für ein Umdenken, das nicht nur der Umwelt diene, sondern auch dem Menschen. „Mit dieser Art des Baumpflanzens kann man einen hohen Aufwand für Pflege und Gießwasser sparen“, betont Meyer. Seine Begründung: „Bäume nehmen einen Großteil der benötigten Nährstoffe und Wasser über Synergien auf. Hinzu kommen die nötigen Effekte von Mikroben und Bakterien im Boden, die durch Artenvielfalt auf kleinem Raum angereichert werden. Einfach gesagt: Bäume brauchen die Gemeinschaft, um sich natürlich entwickeln zu können.“
Mit diesem Ansatz hole man die natürlichen Bedingungen des Waldes in den urbanen Raum bzw. auf öffentliche Flächen in den Gemeinden. „Diese Pflanzanordnung imitiert ein Stück Wald“, erläutern Gerd Meyer und Johannes Wagner. „In der Gemeinschaft sind die Setzlinge weniger stark der Witterung ausgesetzt und kommen auch besser mit verschiedenen Bodenbeschaffenheiten zurecht. Den Streuobstanbau wie wir ihn heute kennen, gibt es erst seit 175 Jahren. Wir kehren nun zurück zu den natürlichen Denkweisen über Pflanzen, die sich über Jahrtausende hinweg bewährten.“
Darüber hinaus werden die Gehölze in einem Gewebe aus Pflanzenfasern kultiviert, das natürliches Wurzelwachstum fördert und mit eingepflanzt wird. Den herkömmlichen Pflanztopf aus Kunststoff ersetzen die beiden mit einem von Johannes Wagner entwickelten Gefäß: Dieser Topf besteht aus umweltfreundlichem Material und fördert durch Belüftung ein gesundes Wurzelwachstum – diese Technik wird „Air Pruning“ genannt.
Auf einem Parkplatz in Weißenburg haben die beiden bereits positive Erfahrungen mit den sogenannten Affoltern gemacht: Innerhalb des abgegrenzten Pflanzbereichs wurden verschiedene Baumarten (Nuss, Amberbaum, Mehlbeere und Zürgelbaum) mit dazu passendem Begleitpflanzen ausgebracht. Und in nur zwei Jahren hat sich eine dieser Baumarten dominant behauptet, wie die Fachleute sagen, und kann sich als Einzelbaum weiter entfalten. Zehn Kommunen in fünf verschiedenen Landkreisen haben bereits Interesse angemeldet, darunter Emskirchen, Nordheim am Main, Veitsbronn, Dittenheim und die Schule im Volkacher Ortsteil Gaibach (siehe Fotos oben).

Auf einem Parkplatz in Weißenburg wurden bereits positive Erfahrungen gemacht: Innerhalb des abgegrenzten Pflanzbereichs wuchsen innerhalb von zwei Jahren verschiedene Baumarten (Nuss, Amberbaum, Mehlbeere und Zürgelbaum) mit dazu passenden Begleitpflanzen.
Obstaffolter oder Klimabox – was die N-ERGIE anbietet
Kommunen im Netzgebiet der N-ERGIE können aus drei Feldversuchs-Arten wählen:
- Obstaffolter (beispielsweise Apfel, Birne, Maulbeere oder Zwetschge)
- „Klimabäume“, die vor allem als Schattenspender dienen sollen (Linde, Baumnuss oder Stadtulme)
- Waldbäume.
Vorgehensweise: Die Baumschule Botanik bereitet mit Unterstützung des Forstwirts Johannes Wagner die Affolter im Februar/März eines Jahres vor, von Mai bis Juli erfolgen dann die Pflanzungen – jeweils zwei bis vier Baumsetzlinge und sechs bis zehn Begleitpflanzen wie Wildsträucher oder Wildobst. Ziel ist, langfristig mindestens einen gesunden, möglichst resistenten Baum zu erhalten – ohne jegliches Zutun, das heißt ohne Gießen oder Zurückschneiden. Das Ergebnis wird nach zwei bis drei Jahren fachlich beurteilt, der bzw. die Zielbäume einmalig zugeschnitten, und die Gemeinde zum weiteren Vorgehen beraten.
Nicht nur der Ansatz an sich ist nachhaltig, sondern bereits die Versuchsanordnung. Die Klimagärten kommen komplett ohne Kunststoffe aus. Die Abgrenzung besteht aus einer Kombination von Robienienpfosten und Fichten-/Kiefernholz; die Wurzelhülsen der Setzlinge und der Begleitpflanzen sind komplett abbaubar und werden mitverpflanzt. Um direkte Sonneneinstrahlung und Windeinflüsse zu reduzieren, werden die Seiten in Süd- und Westausrichtung mit Totholz und Brettern geschützt. Totholz von Birke, Kiefer oder Pappel und Laub bedecken den Pflanzboden, unter anderem um die Verdunstung zu reduzieren.
Ökostrom PURNATUR: Fördercents für Umweltprojekte
Die N-ERGIE unterstützt Umweltprojekte in der Region mit den Fördercents aus ihrem Ökostromprodukt STROM PURNATUR – reiner Ökostrom, der in erneuerbaren Anlagen und Wasserkraftwerken in Bayern erzeugt wird.
Von jeder Kilowattstunde fließt ein Cent (netto) in Projekte zum Artenschutz, Baumpflanzaktionen oder nachhaltige Initiativen in Schulen und Kindertagesstätten. Außerdem sind Blühwiesen im gesamten Netzgebiet der N-ERGIE ein gut sichtbares und buntes Zeichen für das Engagement der Ökostrom-Kund*innen. Weitere Infos unter https://www.n-ergie.de/privatkunden/produkte/strom/purnatur/.