Drei Fragen an Reinhard Streng

© Regierung von Mittelfranken, Giulia Iannicelli

Reinhard Streng bei einer Veranstaltung der Heimatagentur in Triesdorf.

Mit einem starken Team und viel Kreativität

Reinhard Streng ist seit 24 Jahren Erster Bürgermeister von Langenfeld und seiner rund 1.100 Bewohner*innen. Die Gemeinde liegt im Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim.

Wie lange stehen Sie schon Ihrer Gemeinde vor und warum ist gerade jetzt Schluss?

In den Gemeinderat von Langenfeld wurde ich 1996 gewählt und gleichzeitig Dritter Bürgermeister. Nach mittlerweile 30 Bürgermeister-Jahren, davon 24 als Erster Bürgermeister, trete ich nun aus drei Gründen nicht mehr an:

  • Mit Anna Ebener steht eine junge Frau mit nachweislich guter Eignung als Nachfolgering zur Verfügung, die willens und in der Lage ist, unsere sehr komplexen Gemeindestrukturen weiter zu entwickeln. Zur Verantwortung gegenüber meiner Gemeinde zähle ich auch, loszulassen und mich anderen ehrenamtlichen Aufgaben der Gemeindeentwicklung zur Verfügung zu stellen.
  • In 20 von 24 Jahren war ich als ehrenamtlicher Bürgermeister in Vollzeit berufstätig – eine höchst herausfordernde und anstrengende Aufgabe, zumal bei unserer Gemeindeentwicklung, die nicht ohne Spuren bleibt. Hinzu kommen noch viele Aufgaben, die ich als stellvertretender Landrat von Neustadt/Aisch – Bad Windsheim zu erfüllen habe.
  • Am Ende der kommenden Wahlperiode wäre ich bereits im 71. Lebensjahr – alles im Leben hat seine Zeit und das Ende meiner Amtszeit möchte ich selbst bestimmen.

Neben all den Pflichtaufgaben in einer Kommune: Welche besonders anspruchsvolle Aufgabe konnten Sie meistern? Und wie ist Ihnen das gelungen?

Die Gemeinde Langenfeld ist nach den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen, unter anderem der Hochschule Neubrandenburg und des Zentrums für Zivilgesellschaftliche Entwicklung Freiburg eine der am breitesten aufgestellten Kleingemeinde (über 1.000 Einwohner) im deutschsprachigen Raum mit Mehrgenerationenhaus, Dorfladen, Backfiliale, Physio- und Hausarztpraxis, Tagespflege, ambulant betreuter WG, Speisegaststätte, mietbaren barrierefreien Wohnungen und Singlewohnungen. Das alles war nur mit einem starken Team ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger sowie sehr viel Kreativität zu meistern.

Welchen Tag in ihrer Amtszeit werden Sie nie vergessen?

Montag, 25. März 2013, 11:00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht die Dorflinde Langenfeld, eines von circa 500 Mehrgenerationenhäusern dieser Art. Der Besuch war für uns Anerkennung, Ansporn und Auftrag zugleich, eine weitergehende Dorfentwicklung trotz vergleichsweise sehr schlechter Rahmenbedingungen voranzutreiben.

© Gemeinde Langenfeld

Hoher Besuch in Langenfelds Dorflinde im März 2013: Bürgermeister Reinhard Streng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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