Drei Fragen an Rita Böhm

Rita Böhm ist Erste Bürgermeisterin von Markt Kinding im Landkreis Eichstätt. Die Gemeinde im Altmühltal zählt 2.700 Einwohnerinnen und Einwohner.
Vom Glück, die Heimat gestalten zu dürfen
Wie lange stehen Sie schon Ihrer Gemeinde vor und warum ist gerade jetzt Schluss?
Ich bin seit 1990 erste Bürgermeisterin von Kinding. Nach 36 Jahren ist ein Wechsel notwendig, andere Zeiten erfordern andere Personen und auch andere Ideen.
Neben all den Pflichtaufgaben in einer Kommune: Welche besonders anspruchsvolle Aufgabe konnten Sie meistern? Und wie ist Ihnen das gelungen?
Die anspruchsvollste Herausforderung war zweifellos der Bau der ICE-Trasse quer durch unser Gemeindegebiet. Die Verhandlungen über unzählig viele Details, die Belastungen durch die Großbaustellen und auch die weitreichenden Entscheidungen haben mich beinahe meine ganze Amtszeit beschäftigt. Für uns war es ein riesengroßer Erfolg, dass in Kinding ein Regionalbahnhof entstehen konnte und der Regionalexpress auf der Strecke realisiert wurde. Von mir als Bürgermeisterin erforderte das detaillierte Einarbeit in die Planungsprozesse, gute fundierte Argumentation und zähes und geschicktes Verhandeln. Die notwendige Unterstützung für den Regionalbahnhof erhielt ich von den damaligen Mandatsträgern wie Landrat Konrad Regler und MdL Dr. Xaver Bittl.
Welchen Tag in ihrer Amtszeit werden Sie nie vergessen?
Den 1. Mai 1990: an dem Tag bin ich mit meinem Mann bei herrlichem Wetter durch das Anlautertal geradelt und mir ist erst da bewusst geworden, welche Chance und welches Glück ich habe, meine Heimat gestalten zu dürfen. Dieses Glücksgefühl werde ich nie vergessen.
Ähnlich erging es mir als ich das erste Mal am Hauptbahnhof München auf der Zugabfahrtstafel die Anzeige „Kinding“ gelesen habe.
„Für uns war es ein riesengroßer Erfolg, dass in Kinding ein Regionalbahnhof entstehen konnte.“
Rita Böhm, 1. Bürgermeisterin