Drei Fragen an Uwe Emmert

© Marko Godec

Uwe Emmert, 1. Bürgermeister von Markt Wilhermsdorf

Uwe Emmert ist Erster Bürgermeister von Markt Wilhermsdorf im Landkreis Fürth. Bis zur Gebietsreform 1972 gehörte die Marktgemeinde zum Landkreis Neustadt an der Aisch. 

Gelungene Projekte und Weichen für die Zukunft

Wie lange stehen Sie schon Ihrer Gemeinde vor und warum ist gerade jetzt Schluss?

Ich wurde am 12. März 2014 im ersten Wahlgang zum Ersten Bürgermeister gewählt. Aufgrund einer Besonderheit (unser damaliger Erster Bürgermeister wurde sechs Monate vorher in den Landtag gewählt) musste/durfte ich das Amt schon am Tag der Wahlfeststellung antreten – das war der 14. März 2014. Somit bin ich etwa sechs Wochen länger im Amt, als die damals ebenfalls neu gewählten Kolleginnen und Kollegen.

So ein Amt mit all seinen Herausforderungen und Aufgaben hinterlässt Spuren – gesundheitlich, psychisch … Es verändert sich derzeit sehr vieles sehr schnell – ein unglaubliches Tempo mit enormen Anforderungen. Ich werde in diesem Jahr 62 Jahre alt, spüre den Verschleiß und auch die aufkommende Dünnhäutigkeit – deshalb habe ich mir diese Herausforderung für weitere sechs Jahre  nicht mehr zugetraut.

Neben all den Pflichtaufgaben in einer Kommune: Welche besonders anspruchsvolle Aufgabe konnten Sie meistern? Und wie ist Ihnen das gelungen?

Ich habe in all den Dingen versucht, der Mensch zu bleiben der ich vorher war – das ist mir aus meiner Sicht und nach Meinung vieler auch gut gelungen.

Mein Anspruch war und ist es, die Menschen zufrieden zu stellen – das ist leider ein Anspruch, der sich nicht immer (vielleicht auch immer weniger) erfüllen lässt – das ist für mich ein innerliches Problem. Trotzdem ist in den 12 Jahren sehr viel geschehen und gelungen – zum Beispiel unser Einkaufszentrum, diverse Straßensanierungen, die Ortsgestaltung, Veranstaltungen, Dorfgemeinschaftshäuser, Feuerwehren, Sicherheit,  Bewältigung eines Jahrhundert-Hochwassers, Kinderbetreuung, finanzielle Stabilität.

Zudem konnten auch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt werden – in der Umsetzung befinden sich zum Beispiel derzeit die Umgestaltung/Umnutzung leerstehender Gebäude neben dem Rathaus zu einem Bürgerzentrum mitten im Ort. Außerdem sind die Planungen zum Bau einer neuen Grundschule weit vorangeschritten. Weiterhin wird derzeit ein neues Wohn- und Gewerbegebiet erschlossen.

Welchen Tag in ihrer Amtszeit werden Sie nie vergessen? 

Es gibt viele Tage und Ereignisse, die ich nie vergessen werde. Positiv bleiben der Tag der Amtseinführung, viele Begegnungen, Veranstaltungen, Trauungen in Erinnerung – da fällt es schwer einen besonderen Tag herauszugreifen.

Im negativen Sinn unvergesslich ist der Tod eines jungen Mitarbeiters (und Freundes) während der Arbeit, mitten in der Corona-Zeit.

„Ich habe versucht, der Mensch zu bleiben, der ich immer war.“

Uwe Emmert, 1. Bürgermeister von Markt Wilhermsdorf

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