So lange halten Batterien in Elektroautos wirklich

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Zahlreiche Tests und Studien deuten darauf hin, dass E-Autos und ihre Batterien deutlich langlebiger sind als vermutet - und auch haltbarer als adäquate Verbrenner.

In unserer Serie „Elektromobilität: Mythen vs. Fakten“ klären wir weitverbreitete Irrtümer und Missverständnisse auf. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Haltbarkeit der Lithium-Ionen-Akkus in Elektroautos. Sind diese Batterien wie die Akkus in Smartphones nach nur wenigen Jahren reif für den Sondermüll?

Das Wichtigste in aller Kürze

  • Gleiches Prinzip, andere Chemie: Handy- und E-Auto-Akkus funktionieren technisch gleich, unterscheiden sich aber im Material.
  • Schonendere Nutzung: E-Autos werden selten voll ge- und entladen, Smartphones fast täglich.
  • Aktive Kühlung: E-Auto-Akkus werden aktiv temperiert, Handy-Akkus nicht.
  • Praxisdaten: ADAC-Dauertest mit einem VW ID.3 und 89 % Akku-Gesundheit nach 220.000 km.
  • Fazit: Moderne Akkus halten wahrscheinlich länger als das Gesamtfahrzeug.

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Droht Akkus in Elektroautos ein ähnlich kurzes Leben wie Smartphone-Batterien?

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Die Batterien in Elektroautos setzen aktuell fast ausschließlich auf die Lithium-Ionen-Technologie.

Ob Smartphone oder Elektroauto: Grundsätzlich funktionieren Akkus immer nach demselben Prinzip. Jede Batteriezelle besteht aus einer Kathode, einer Anode sowie einer Flüssigkeit (Elektrolyt) und Separator dazwischen. Der entscheidende Unterschied zwischen Handy-Akku und E-Auto-Batterie liegt nicht im Grundprinzip, sondern im Kathodenmaterial. Bei Smartphones kommen überwiegend Akkus mit Lithium-Cobalt-Oxid zum Einsatz, während E-Autos aktuell noch primär auf Nickel-Mangan-Cobalt oder Eisenphosphat (LFP) setzen. Je nachdem, welche Metalle zum Einsatz kommen, hat das Auswirkungen auf Energiedichte, Lebensdauer und Sicherheit der Zelle.

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Auf die Chemie kommt es an: unterschiedliche Lithium-Ionen-Batterien im Vergleich.

Langlebigkeit: Auch das Nutzungsprofil entscheidet

Allein mit der chemischen Zusammensetzung lässt sich die unterschiedliche Haltbarkeit der Batterietypen jedoch nicht erklären. Wichtig ist auch: Wie nutzen wir die einzelnen Energiespeicher? Beim Smartphone läuft das in der Regel so ab: Wir laden das Gerät einmal pro Tag auf und nutzen es, bis es leer wird. Grundsätzlich kann man es so sagen: Smartphone-Akkus durchleben fast jeden Tag einen vollen Ladezyklus (0–100 Prozent).

E-Auto-Akkus sollten möglichst selten komplett leergefahren und dann gleich wieder auf 100 Prozent geladen werden – außer, es lässt sich nicht vermeiden. Im Alltag passieren diese Extreme sowieso tendenziell selten; da bewegen sich die Ladestände zwischen 15 und 80 Prozent. Bis ein voller Ladezyklus erreicht wird, dauert es so deutlich länger als beim Handy. Hybrid-Fahrzeuge erreichen einen vollen Zyklus aufgrund der kleineren Batterien meist schneller.

Ein sehr wichtiger Unterschied liegt an einer anderen Stelle: Smartphones oder andere Wearables haben keine aktive Akku-Kühlung oder -Heizung. E-Autos nutzen ein Batterie-Thermomanagementsystem, das die Zellen in einem „Wohlfühlbereich“ von etwa 10 bis maximal 40 Grad Celsius zu halten versucht. Kühlt die Batterie zu sehr ab oder heizt sich stark auf, führt das vor allem bei hohem Leistungsabruf zu schnellerer Alterung. Smartphone-Akkus sind diesen Effekten meist schutzlos ausgesetzt – und altern auch deshalb viel schneller.

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Mehr Platz als im Smartphone - mit Folgen: Im Gegensatz zu Handy-Akkus werden E-Auto-Batterien aktiv beheizt oder gekühlt.

Ergebnisse aus der Praxis: Trend erkennbar

Der ADAC testet aktuell einen Volkswagen ID.3 mit einem 77 kWh fassenden Akku. Mittlerweile hat das Fahrzeug in knapp fünf Jahren rund 220.000 Kilometer Laufleistung erfahren. Im Schnitt erreichen Autos in ihrem Leben rund 200.000 bis 300.000 Kilometer Laufleistung – dann endet ihr Leben häufig in der Verwertung (umgangssprachlich: auf dem Schrottplatz). Die Batterie des ID.3 erzielt nach 220.000 Kilometern noch einen State-of-Health von 89 Prozent, obwohl sie nicht geschont wird: häufiges Schnellladen, Laden auf 100 Prozent, viel Standzeit bei voller Batterie.

Der ID.3 ist kein Einzelfall: Das bestätigt eine aktuelle Auswertung von rund 500.000 Akku-Tests des Diagnoseanbieters Aviloo: Dort schneiden Fahrzeuge wie der BMW i4, der Mercedes EQA oder der Hyundai IONIQ5 nach 100.000 Kilometern und mehr mit einem Median-State-of-Health von mehr als 94 Prozent hervorragend ab. Auch ältere E-Autos mit kleineren Batterien wie die Renault Zoe schneiden mit rund 87 Prozent Akku-Gesundheit noch gut ab.

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Die 100.000-Kilometer-Bilanz diverser Elektroautos. Grundsätzlich sehr gute Akku-Gesundheit bei vielen Modellen.

Akkus überleben wohl Autos

Die Daten sind eindeutig: E-Auto-Akkus überleben wahrscheinlich ein durchschnittliches Auto – das schreibt auch das Fraunhofer ISI. Wie alle Batterien verlieren auch E-Auto-Akkus je nach Nutzungsprofil an Kapazität, jedoch beeinträchtigen diese geringen Verluste kaum die Alltagstauglichkeit. Der getestete VW ID.3 des ADAC beweist das: Am Testbeginn wurden 438 Kilometer maximale Reichweite errechnet; aktuell sind nach 220.000 Kilometern noch 425 Kilometer übrig – auch „dank zahlreicher softwarebasierter Effizienz-Updates“, wie der ADAC berichtet.

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