Ein Tunnel für den Plärrer

In 15 Metern Tiefe startet der Tunnelvortrieb am Plärrer.
Neue Hochspannungskabel im Untergrund
Am Nürnberger Verkehrsknotenpunkt Plärrer wird gebohrt. Und das in rund 15 Metern Tiefe mit einer speziellen Vortriebsmaschine. Es entsteht ein Tunnel für neue Hochspannungskabel (110 kV) der N-ERGIE Netz GmbH. Mit der Baumaßnahme macht sie ihr Netz fit für die Energiewende und sichert die Stromversorgung der Stadt Nürnberg.

Die Heilige Barbara wacht über dem Tunneleingang. Die Schutzpatronin der Bergleute soll für einen sicheren Vortrieb sorgen.
Aufgrund der beengten Platzverhältnisse erfolgt die Verlegung bergmännisch im sogenannten Vortriebsverfahren zwölf bis 16 Meter unter der Erde.
Und das bedeutet auch: Gemäß traditionellem bergmännischem Brauch wird der zu erstellende Tunnel vor dem Vortrieb getauft. Dies soll, neben dem Aufstellen der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, den Bergleuten Schutz und einen unfallfreien Verlauf des Vortriebs sicherstellen.
Die Patenschaft für den Tunnel übernimmt als Tunnelpatin die Geschäftsführerin der N-ERGIE Netz GmbH, Kerstin Fröhlich. Sie ist somit während der gesamten Bauzeit die irdische Vertretung der heiligen Barbara und Schirmherrin des Projektes.

Die Taufe erfolgte ganz klassisch mit einer Flasche Sekt. Und nun gilt "Allzeit Glück auf!"
Unterirdischer Tunnelvortrieb
Die Baugrube für den Start der Tunnel wurde direkt in der Überfahrt der Gostenhofer Hauptstraße über den Plärrer installiert. Sie liegt zwischen der Straßenbahnhaltestelle und dem angrenzenden Grünstreifen.
Diese zentrale Grube dient als Ausgangspunkt für die beiden Rohrvortriebe Richtung Südliche Fürther Straße und Gostenhofer Hauptstraße. Sie hat einen Innendurchmesser von 13 Metern und reicht rund 15 Meter in die Tiefe.
Als sichtbares Zeichen der Namensgebung für den Tunnel trägt auch die Vortriebsmaschine, die in Nürnberg zum ersten Mal zum Einsatz kommt, den Namen Kerstin. Das wurde bei der Tunneltaufe mit einer Falsche Sekt besiegelt.

Von der Baugrube in der Überfahrt am Plärrer geht es zuerst 220 Meter weit bis in die Südliche Fürther Straße.
Der Vortrieb geschieht in geschlossener Bauweise. Das bedeutet: Vorgefertigte Rohre werden in den Untergrund eingepresst. Im gleichen Zuge wird überschüssiges Bodenmaterial abgebaut und an die Oberfläche befördert. Das eingepresste Leerrohr stützt direkt das umliegende Erdreich.

Das Schneidrad der Vortriebsmaschine ist individuell auf die Begebenheiten des Erdreichs vor Ort angepasst.
Das Lösen des Erdreichs übernimmt ein hydraulisch angetriebenes Schneidrad – also ein mit Abbauwerkzeugen ausgerüstetes Bohrwerkzeug. Als Abbauwerkzeuge kommen Schälmesser, Räumer und Rollenmeisel zum Einsatz. Das Schneidrad ist individuell auf die Bodenbegebenheiten vor Ort angepasst.
Das vom Schneidrad gelöste Material wird dann im Brecherraum der Vortriebsmaschine zerkleinert, mit einer Bohrsuspension vermischt und dann mit einem Saugrohr abgesaugt und an die Oberfläche befördert. Hier wird das Erdreich wieder von der Flüssigkeit getrennt.

Bauleiter Sebastian Krombholz und Kerstin Fröhlich, Geschäftsführerin der N-ERGIE Netz GmbH und Tunnelpatin, bei der Tunneltaufe.