Fernwärme im Hörsaal

© Dieter Kachelriess

Wir gestalten den neuen Masterstudiengang „Wärmenetzsysteme“ an der Ohm mit

Die Wärmewende braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Genau hier setzt die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm an und erweitert ihr Studienangebot um die neue Studienrichtung „Wärmenetzsysteme“. Mit dabei sind auch Kolleginnen und Kollegen aus unserem Wärmebereich, die in speziellen Vorlesungen Einblicke in die Praxis der Netzplanung geben.

Die neue Studienrichtung an der Ohm bereitet Ingenieurinnen und Ingenieure im Masterstudiengang Chemieingenieurwesen und Energieverfahrenstechnik gezielt auf die Planung, den Betrieb und die Optimierung moderner Wärmeversorgungssysteme vor. Der Lehrplan umfasst klimafreundliche Erzeugungstechnologien wie Großwärmepumpen ebenso wie die Verteilung von Wärme und deren effiziente Nutzung auf Gebäudeebene. Ergänzt wird das Angebot durch wirtschaftliche und regulatorische Inhalte, die wichtig für das Gelingen der Wärmewende sind.

© N-ERGIE, Silke Weiß

v.l.: Prof. Dr.-Ing. Kai Schäfer (Studienfachberater für den Studiengang an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm) im Gespräch mit Gregor Mannl (Leiter Anlagentechnik bei der N-ERGIE Kraftwerke GmbH).

Wir haben mit Prof. Dr.-Ing. Kai Schäfer (Studienfachberater für den Studiengang an der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm) und Christine Lorenz (Grundsatzplanerin im Bereich Wärme bei der N-ERGIE) gesprochen:

Herr Prof. Schäfer, Sie haben die neue Studienrichtung an der Ohm mit ins Leben gerufen. Was ist das Besondere an dem neuen Studiengang?

Prof. Kai Schäfer: Vieles! Ich möchte drei Punkte herausgreifen: Da wäre zum einen die starke Einbindung von vielen Praxispartnern in das Lehrangebot, wie eben die N-ERGIE. Ein hoher Praxisbezug und eine hohe Aktualität der Lehrinhalte sind somit garantiert. Zum anderen handelt es sich um ein deutschlandweit einmaliges Studienangebot. An bisher keiner anderen Hochschule haben Studenten die Möglichkeit, sich derart gezielt für den Fernwärmesektor weiterzubilden. Darüber hinaus wurde die Studienrichtung so konzipiert, dass diese gut dual studierbar ist. Hier möchten wir insbesondere den Interessierten entgegenkommen, die bereits im Berufsleben stehen.

Welche beruflichen Perspektiven haben Absolventen?

Prof. Kai Schäfer: Der Fernwärmesektor bietet für Ingenieurinnen und Ingenieure ein sehr vielseitiges Arbeitsspektrum, was diesen Sektor besonders spannend macht. Die anlaufende Wärmewende verstärkt dies noch. Entsprechend breit sind die beruflichen Perspektiven für Absolventen der neuen Studienrichtung. Die klassische Einteilung der Berufszweige für Ingenieure im Bereich Fernwärme ist: Planung, Bau und Betrieb. Gerne gebe ich Beispiele aktueller Aufgabenstellungen für diese drei Arbeitsfelder:

  • Planung: Integration von Abwärme aus der Industrie in Wärmenetze, wie z.B. aus Rechenzentren.
  • Bau: Realisierung neuer Erzeugungstechnologien für Wärmenetze wie Großwärmepumpen oder Tiefengeothermie.
  • Betrieb: Steigerung der Energieeffizienz bestehender Wärmenetzsysteme durch z.B. Temperaturabsenkung oder Wärmespeicher.

Bedarf an den Absolventen der Studienrichtung besteht übrigens nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der öffentlichen Verwaltung, z.B. bei der Umsetzung der kommunalen Wärmepläne.

© N-ERGIE, Silke Weiß

Christine Lorenz, Grundsatzplanerin im Bereich Wärme bei der N-ERGIE

Vier Kolleginnen und Kollegen der N-ERGIE werden ab März immer donnerstags praxisnahe Vorlesungen halten. Auf welchen fachlichen Input können sich die Studierenden freuen?  

Christine Lorenz: Unser Modul hat die Netzplanung im Fokus. Es geht bei unseren Vorlesungen darum, wie man große Infrastrukturen vorausschauend plant. Das heißt, wie man Fernwärmenetze auslegt und die Grundlagen dafür berechnet. Dazu gehört auch die Herausforderung, wie man die bestehenden Netze mit zukünftig erneuerbaren Energien sowie dem geplanten Netzausbau optimal verknüpft und die Wärmetransformation im Netzbereich abbildet.

Worauf kommt es an, wenn man später im Bereich Wärme arbeiten möchte?

Christine Lorenz: Fest steht: Wir gestalten die Infrastruktur von morgen und es gibt einiges zu tun. Es kommt darauf an, in einem hochkomplexen System die richtigen Lösungen zu finden. Wir brauchen dafür Menschen, die dranbleiben. Durch das neue Angebot der Ohm bekommen die Studierenden einen Eindruck davon, was auf sie zukommt. Da braucht es auf der einen Seite einen langen Atem. Auf der anderen Seite bietet der Wärmebereich tolle Perspektiven und spannende Herausforderungen. Stichwort: Digitalisierung und Optimierung der Lastverteilung. Es ist super, dass der Studiengang realisiert wird. Ich freue mich drauf und hoffe, dass wir möglichst viele Nachwuchskräfte auch für uns gewinnen können – egal, ob Neu- oder Quereinsteiger.

© N-ERGIE, Silke Weiß

Der dreisemestrige Studiengang, der in enger Zusammenarbeit dem Branchenverband AGFW entwickelt wurde, startet jeweils zum Sommersemester. Er richtet sich an Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Ingenieurwissenschaften.

Der Bewerbungszeitraum läuft bereits. Weitere Infos auf der Homepage der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm .

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