Die Förderung für Ihre Photovoltaik-Anlage endet – was nun?

Photovoltaik-Anlage auf einem Wohnhaus
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Für zahlreiche Photovoltaik-Anlagen endet demnächst oder bald die 20-jährige EEG-Förderung. Was passiert danach?

Für zahlreiche Photovoltaik-Anlagen wird es gegen Jahresende ernst: Die Förderung für Erneuerbare-Energie-Anlagen läuft nach 20 Jahren aus. Wie geht es danach weiter? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist: Nichtstun.

Das Wichtigste in aller Kürze

  • Nichts tun: Wenn Sie nichts ändern, speisen Sie einfach weiter ein und bekommen automatisch eine Anschlussvergütung vom zuständigen Netzbetreiber, zum Beispiel der N-ERGIE Netz GmbH.
  • Mehr Zeit: Die Höhe der Anschlussvergütung richtet sich nach dem „Jahresmarktwert Solar” (2025: 4,5 Cent/kWh). Diese Übergangsregelung gilt bis Ende 2032.
  • Anlage checken lassen: Ein Check kostet ab etwa 300 Euro und zeigt, ob Ihre Photovoltaik-Anlage sicher und leistungsfähig genug für den Weiterbetrieb ist.
  • Auf Eigenverbrauch umstellen: Ältere Anlagen speisen häufig ausschließlich ins Netz ein. Eine Umstellung kann sich lohnen, denn wer einen Teil des Solarstroms selbst speichert nutzt, spart Stromkosten.
  • Mehr Leistung, neue Förderung: Oft lohnt sich bei älteren Anlagen ein Repowering mit neuen Modulen und einem leistungsstärkeren Wechselrichter.
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Langlebiger als erwartet: Die angepeilte Lebensdauer von 20 Jahren wird von sehr vielen PV-Modulen weit überschritten.

Mehr als 120.000 Solar-, Wind- und Biogasanlagen speisen Strom ins Netz der N-ERGIE ein. Allein 2024 kamen rund 17.000 neue PV-Anlagen mit einer Spitzenleistung von 417 Megawatt hinzu. Wer seine Photovoltaik-Anlage schon zur Zeit der Fußball-WM in Deutschland 2006 installiert hat, der erreicht sehr bald das Ende des 20-jährigen Förderzeitraums. Im Netzgebiet der N-ERGIE betrifft das rund 1.730 Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 34 Megawatt.

Für viele Betreiber*innen stellt sich dieselbe Frage: Soll ich meine Anlage einfach weiterlaufen lassen, umrüsten oder austauschen?

Unser Entscheidungsbaum liefert einen ersten Überblick über die Möglichkeiten, die den Betreiber*innen kleiner Anlagen mit weniger als 100 Kilowatt-Peak (kWp) offenstehen:

Was bedeutet Ü20 eigentlich?

Die gesetzliche EEG-Förderung gilt 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Für eine am 1. August 2006 in Betrieb gegangene Anlage endet sie zum Beispiel am 31.12.2026. Wichtig: Die Anlage wird danach nicht abgeschaltet. Der Gesetzgeber hat eine Anschlussregelung beschlossen, die mit dem sogenannten Solarpaket I bis mindestens Ende 2032 verlängert wurde.

Die simple Lösung: einfach weiterlaufen lassen

Wer an der Anlage nichts verändert, erhält automatisch weiter eine Vergütung für den eingespeisten Strom: den sogenannten Jahresmarktwert Solar, abzüglich einer Kostenpauschale des Netzbetreibers. Diese beträgt für das Jahr 2026 0,228 Cent pro Kilowattstunde.

2025 lag der Marktwert Solar bei rund 4,5 Cent pro Kilowattstunde. Das ist deutlich weniger als die frühere EEG-Vergütung (teils bis zu 50 Eurocent/kWh!), aber ein Automatismus, für den Sie nichts weiter tun müssen. Diese Übergangsregelung gilt voraussichtlich bis zum Jahresende 2032.

Umrüstung Photovoltaik-Anlage
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Ertüchtigt: Beim Repowering werden alte oder defekte Module mit neuen ersetzt und die Anlage so wieder fit gemacht.

Lohnt sich: Auf Eigenverbrauch umstellen

Statt den gesamten Strom einzuspeisen, kann die Anlage auf Eigenverbrauch umgestellt werden: Der selbst genutzte Solarstrom ersetzt einen Teil des Bezugs, nur der Überschuss wird weiter vergütet eingespeist. Die Umstellung kostet je nach Aufwand ab etwa 250 Euro für den Elektriker. Mit ergänzendem Batteriespeicher kann es deutlich teurer werden. Ob sich das lohnt, hängt vor allem davon ab, wie viel Strom man tatsächlich selbst verbraucht.

Besitzer*innen von Wärmepumpen, Split-Klimageräten und Elektroautos haben in der Regel einen deutlich höheren Verbrauch. Für diese Gruppen lohnt sich die Umstellung auf Eigenstromnutzung ganz besonders. Auch die Installation eines Heimspeichers kann für Betreiber*innen durchaus sinnvoll sein.

Wenn die Technik nicht mehr mitmacht: Repowering

Zeigt der Anlagen-Check ernsthafte Mängel oder lohnt sich eine Sanierung nicht mehr, ist der Austausch gegen eine neue, leistungsstärkere Anlage eine Option. Das nennt sich Repowering. Neue Module und ein neuer Wechselrichter können auf derselben Fläche bis zu doppelt so viel Strom erzeugen wie die 20 Jahre alten Module – wie viel genau, hängt vom Zustand der Altanlage ab.

Da die Anschaffungskosten für Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen 20 Jahren um teilweise mehr als 80 Prozent gesunken sind, rechnet sich der Austausch inzwischen häufig, obwohl die Vergütung niedriger ausfällt als früher.

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