Kleines Theater mit großen Themen

© Gemeinde Muhr am See

Tolles Ambiente und die Möglichkeit, bei schlechtem Wetter kurzfristig eine Innen-Bühne zu nutzen: die Altmühlsee-Festspiele in Muhr am See.

Intendant Harald Molocher über die Altmühlsee-Festspiele und das aktuelle Programm

Die Altmühlsee-Festspiele in Muhr am See gehen dieses Jahr bereits in ihre 22. Runde, seit 2018 steht Harald Molocher an der Spitze. Direkt in Muhr am See, in einem historischen Gebäudeensemble mit stimmungsvollem Innenhof, hat sich das kleine, feine Theater zu einem besonderen kulturellen Treffpunkt entwickelt. Wir haben mit dem Intendanten über die einzigartige Atmosphäre und das diesjährige Programm gesprochen.

Herr Molocher, was macht die Altmühlsee-Festspiele einzigartig?

Wir spielen hier in Muhr am See in einem historischen Gebäudeensemble mit einem wunderschönen Innenhof. Es gibt etwa 120 Plätze – und zwar draußen ebenso wie drinnen, und es steht jeweils eine passende Bühne zur Verfügung. Das heißt, wenn das Wetter umschlägt, können wir schnell und unkompliziert umziehen. Hinzu kommt die sehr schöne Atmosphäre: Hier leben Störche, abends fliegen Fledermäuse herum, wir haben eine alte Sandsteinmauer – das alles fließt teilweise sogar in unsere Inszenierungen ein. Es ist ein sehr idyllischer, fast magischer Ort. Und durch unseren engagierten Freundeskreis, der sich ehrenamtlich unter anderem um die Bewirtung kümmert, entsteht eine angenehme, familiäre Stimmung – da fühlen sich unsere Gäste gleich willkommen und wohl.

© Jean-Marc Turmes

Harald Molocher ist seit 2018 Intendant der Altmühlsee-Festspiele.

Vom Ort zum Programm: Worauf achten Sie bei der Auswahl der Stücke?

Mir ist wichtig, „gscheite“ Stücke zu zeigen – also Theater mit Substanz, das nicht nur auf Klamauk setzt. Wir möchten Inhalte bieten, die einen Sinn haben, ohne dabei belehrend zu sein. Gleichzeitig orientieren wir uns daran, was das wechselndes Ensemble leisten kann. Wir stellen jedes Jahr ein Team aus erfahrenen Schauspielerinnen und Schauspielern zusammen, viele davon aus München, und einige waren auch schon öfter dabei.

Wir konzentrieren uns bewusst auf handfestes Schauspiel. Das kann eine Tragödie sein wie „Woyzeck“ im vergangenen Jahr, aber auch eine heitere Komödie. Das Ziel ist eine breite Mischung an Themen anzubieten, die zum Nachdenken anregen können. Die Betonung liegt auf „können“: Jeder Zuschauer kann selbst entscheiden, wie tief er sich darauf einlassen möchte.

© Gemeinde Muhr am See

Schräge Charaktere und viel schwarzer Humor: eine Szene aus dem "Tatortreiniger".

Dieses Jahr kommen zwei Stücke auf die Bühne, die man aus Film und Fernsehen kennt: „Ziemlich beste Freunde“ und „Tatortreiniger“. Was erwartet das Publikum?

Wir haben wieder eine schöne Mischung. „Ziemlich beste Freunde“ ist eine Komödie, bei der man viel lachen und mitfühlen kann, berührend. Denn sie behandelt auch ernste und schwere Aspekte: Wie ist es wirklich, mit einer Behinderung zu leben? Und wie belastend kann das für das Umfeld sein?

Das zweite Stück „Der Tatortreiniger“ ist eine sehr schwarzhumorige Geschichte, das liebe ich ja! Die Hauptfigur Schotty ist ein großartiger Typ, der von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, und die großen Themen aufwirbelt. Beispielsweise geht es um die Grenzen von Tierliebe und Toleranz etwa bei veganer Ernährung. Das Stück stellt solche Fragen schräg und provokant, aber auch auf sehr humorvolle und unterhaltsame Weise.

Die Vorführungen starten am 12. Juni. Weitere Informationen und Tickets für die Altmühlsee-Festspiele gibt es hier: Altmühlsee Festspiele | Unvergessliches Vergnügen am Altmühlsee!

© Klaudia Schmidt

Dieses Jahr auf der Bühne in Muhr am See: "Ziemlich beste Freunde".

Artikel teilen