Zwischen Backstube, Schafweide und Solarpark

© N-ERGIE, Melissa Draa

Der Hofladen der Muskats hat Mittwoch (12-17) und Samstag (7 bis 16 Uhr) geöffnet.

Vielfalt als Erfolgsrezept auf dem Biohof Muskat

Markus Muskat steht im Hofladen und sortiert das Gebäck. Von Brot bis hin zu süßen Leckereien gibt es hier eine große Auswahl. „Wir backen fast ausschließlich mit unserem eigenen Getreide. Gemahlen wird es in einer Mühle in der Nähe“, erzählt der gelernte Bäcker stolz. Vor rund 30 Jahren übernahm er gemeinsam mit seiner Frau den Hof ihrer Eltern und bewahrte ihn damit vor dem Aus.

Natürliche Pflege für den Solarpark

Der Biohof liegt in Massenbach bei Ellingen im Fränkischen Seenland, direkt an der Grenze zum Naturpark Altmühltal. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich ein Solarpark der N-ERGIE in Stopfenheim. Normalerweise weidet dort ein Teil von Sohn Christians Bergschafherde. Die Tiere übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe: Sie halten die Vegetation zwischen den Photovoltaik-Modulen kurz und verhindern so, dass die Anlagen durch hohes Gras beschattet werden.

„Leider ist es momentan so trocken, dass dort kaum noch etwas wächst“, erklärt Muskat. „Das Gras ist einfach zu kurz. Deshalb weiden die Tiere seit einigen Wochen auf anderen Flächen.“ So zeigt sich auch hier, welche Auswirkungen die anhaltende Trockenheit auf die Landwirtschaft hat und wie flexibel die Betriebe darauf reagieren müssen.

© Biohof Muskat

„Bei uns ist alles noch echt Bio“

Gebacken wir bis heute selbst. Was ursprünglich als kleiner Wochenendspaß begann, entwickelte sich nach und nach zu einer echten Geschäftsidee. „Das Brot wird erst bei einem vollen Ofen richtig gut. Das Problem war nur, dass wir anfangs nicht wussten, was wir mit 30 Laiben Brot anfangen sollten“, erinnert sich der Landwirt und lacht.

In diesem Jahr musste er aufgrund der Trockenheit Getreide zukaufen. Nicht nur für die Backwaren, auch bei der Versorgung der Tiere stellte die Wetterlage die Familie vor Herausforderungen. „Irgendwie muss man aber zurechtkommen“, sagt Muskat. Die Tiere zu verkaufen, sei für ihn keine Option.

Insgesamt umfasst der Betrieb 160 Hektar, ein großer Teil davon dient der Landschaftspflege. Seit 2001 wird der Hof nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet. „Bei uns ist alles noch echt Bio“, betont Markus Muskat. Das gelte für die große Auswahl an Brotsorten, Nudeln, Fleisch- und Wurstwaren ebenso wie für die Produkte aus Schafwolle.

Die beiden Söhne arbeiten auch auf dem Hof mit. Die Aufgaben sind klar verteilt: Einer kümmert sich um die Schafe und das Geflügel, der andere um den Hofladen und die Rinder. Dennoch war es Markus Muskat wichtig, dass beide zunächst einen anderen Beruf erlernen, bevor sie in die Landwirtschaft einsteigen.

Seltene Schafe und viele mehr

„Wir halten alles, vom Geflügel bis zum Rind“, erzählt Markus Muskat. „Nur Schweine nicht.“ Der Familienbetrieb setzt bewusst auf Vielfalt. So lassen sich auch Bereiche auffangen, die wirtschaftlich nicht immer die größten Erträge bringen.

Insgesamt leben rund 400 Schafe auf dem Hof. „Bei unseren Schafen handelt es sich ausschließlich um bedrohte Rassen“, berichtet der Landwirt. Schon früh entschied er sich für die Schafhaltung und baute einen eigenen Stall. „Damals haben viele gesagt: Der spinnt. Das ist zum Scheitern verurteilt.“

Warum er diesen Weg trotzdem gegangen ist? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Da steckt viel Herzblut drin. Für mich war das selbstverständlich. So bin ich aufgewachsen.“ Die Landwirtschaft wurde Markus Muskat praktisch in die Wiege gelegt. Er stammt selbst von einem Hof im Landkreis Roth und weiß seit seiner Kindheit, was das Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft bedeutet.

Öffnungszeiten:

Mittwoch von 12:00 – 17:00 Uhr
Samstag von 07:00 – 16:00 Uhr

Anschrift:

Massenbach 8
91792 Ellingen

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