Mensch und Umwelt im Einklang

© N-ERGIE, Melissa Draa

Lilly Engelhards Begeisterung vom Kappelbuck ist ansteckend. Die Vorsitzende des Vereins Genuss Erlebnis Kappelbuck hat viel zu erzählen: von der vielfältigen Natur und den abwechslungsreichen Aktivitäten an diesem magischen Ort nahe des Hesselbergs im Landkreis Ansbach.

„Natur schätzen und schützen“, das ist Lilly Engelhard wichtig. Sie ist Kneipp-Gesundheitstrainerin und Vorsitzende des Genuss Erlebnis Kappelbuck e.V. in der Region Hesselberg. Der gemeinnützige Verein kümmert sich kurz gesagt darum, den Kappelbuck als wertvolles Stück Landschaft zu pflegen und für nachfolgende Generationen zu erhalten. Das naturnahe Gelände an der fränkischen Moststraße beheimatet über 400 Obstbäume und eine große Vielfalt an Pflanzen und Kleinlebewesen.

„Der Kappelbuck ist ein Ort zum Energietanken“, sagt Lilly Engelhard und erzählt, dass dieser landwirtschaftlich nicht intensiv genutzt wurde. So ist er heute weitgehend in seiner ursprünglichen, natürlichen Form vorzufinden. „Dafür stehen hier die ganzen Obstbäume wegen des Tonbodens, dem Pelosol, krumm“, sagt sie und lacht.

Seit über 20 Jahren gestaltet sie den Kappelbuck aktiv mit. „Mit unseren Projekten sind wir gewachsen, daher sind wir erfolgreich.“ Überstürzt hätten sie nie etwas, aber viel ausprobiert. So gibt es heute ein Brotbackhaus, einen wiederbelebten Eiskeller, einen Friedensweg, ein „Grünes Klassenzimmer“ mit einem Lehrpfad und ein breites Angebot an Führungen und Kursen – alles, um den Menschen in der Region die Natur näherzubringen.

Fränkisches Genuss-Erlebnis am Kappelbuck

„Wir versuchen alles selbst herzustellen, angefangen bei den Backwaren, bis hin zur Kräuterbutter und dem Tee“, erzählt Lilly Engelhard. „Wir entnehmen der Natur dabei auch nur das, was sie zu bieten hat. Alles zu seiner Zeit eben!“ Besonders beliebt am Kappelbuck sind der Hitzblatz aus dem Holzbackofen und frisches Holzofenbrot mit Apfelleberwurst, Kräuterquark oder Griebenschmalz und leckerer Apfelsaft von der Streuobstwiese. „Hier hilft uns auch der Obst- und Gartenverein“, sagt die Vorsitzende. Ohnehin herrscht am Kappelbuck ein gutes Miteinander. „Freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen uns regelmäßig beim Zurückschneiden der Obstbäume und dem Entfernen von Gehölz und Gestrüpp, um die Wiesen für die Schafe und Ziegen offen zu halten.“ Unter dem Motto „Wir tun was für den Kappelbuck“ trifft sich jedes Jahr eine große Helferschar, immer am ersten Samstag im Februar.

Gedenken und Weitblick

Neben Genuss- und Naturerlebnissen gibt es am Kappelbuck auch einiges zu entdecken. Vor allem an der Aussicht, die sich über dem Wald Richtung Norden auftut, kann man sich schwer satt sehen. Oben auf dem Hügel wurden neben einem Friedensweg, der zum 100-jährigen Gedenken des 1. Weltkriegs errichtet wurde, auch ein Platz mit Weitblick für Gottesdienste geschaffen.

Auch gibt es spannende Geschichten zum alten Eiskeller zu erzählen: „Es wird vermutet, dass dieser früher Eingang zu einem Bergwerk war, aber aus Sicherheitsgründen im Laufe der Zeit zugeschüttet wurde.“ Heute übersommert hier das Bier und überwintern die Fledermäuse. „Wie man merkt, uns wird nie langweilig und es gibt immer etwas zu tun.“

Wer den Kappelbuck besuchen möchte, eines der frischgebackenen Holzofenbrote probieren oder an einer Wildkräuter- oder Kneippführung teilnehmen möchte, der findet weitere Informationen unter https://www.kappelbuck.de/

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    Wenn der Schäfer am Kappelbuck mit seinen Schafen und Ziegen an den Hängen auftaucht, ist das eine Attraktion.

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    Es wird vermutet, dass der alte Eiskeller früher der Eingang zu einem Bergwerk war.

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    Totholz wird am Kappelbuck liegengelassen, damit Kleintiere hier Unterschlupf finden.

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    Im Juli 2007 haben die Jugendlichen der Christuskirche Herrieden ein Holzkreuz, einen Altar und Sitzbänke am Kappelbuck für Gottesdienste im Grünen errichtet.

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