Zu Gast im König-Reich Schmalzmühle

© Simeon Johnke

Fritz König betreibt mit seiner Familie die Schmalzmühle bei Röckingen. Die Milch ihrer 16 Kühe verarbeiten sie vor Ort zu verschiedenen Käsesorten.

Ein denkmalgeschützter, landwirtschaftlicher Familienbetrieb mit Käserei, Käseseminaren, Hofladen, Ferienwohnungen, Wellnessangebot, Sägewerk und obendrein regenerativer und regionaler Energiegewinnung: Das ehemalige Mühlrad der Schmalzmühle in der Nähe von Röckingen wird heute zur Stromerzeugung genutzt und versorgt die gesamte Wörnitz-Halbinsel, auf der die Schmalzmühle liegt, mit grünem Strom. Was übrig bleibt, wird ins Netz eingespeist. Der gesamte Betrieb verkörpert einen umsichtigen Umgang mit der Natur und den Ressourcen. Motor des Ganzen ist Fritz König, der Besitzer des Erlebnis-Käse-Wohlfühl-Hofs. Ein Mann mit Energie – wir haben ihn in seinem „König-Reich“ besucht.

Begleiten Sie Fritz König bei einem Rundgang über das Gelände des Erlebnis-Käse-Wohlfühl-Hofs Schmalzmühle.

„Jetzt spinnt er, der junge Schmalzmüller!“

Fritz König

Die Nachbar*innen von Fritz König standen seinen Ideen anfangs sehr skeptisch gegenüber. Seit mindestens 1520 gibt es die mittelfränkische Anlage in Röckingen, die komplett von der Wörnitz umschlossen und nur über eine Brücke erreichbar ist. „Mein Vater hat den Mühlbetrieb 1970 eingestellt, weil es sich einfach nicht mehr lohnte, und stattdessen auf Milchvieh gesetzt“, so Fritz König, der die denkmalgeschützten Gebäude mit viel Liebe zum Detail saniert hat und die Schmalzmühle heute mit seiner Familie betreibt. „Als ich vor 30 Jahren anfing, hätte ich selbst nicht gedacht, dass ich mal von Käse lebe“, lacht der gelernte Landwirt. „Aber als kleiner Betrieb hatten wir nur die Wahl zwischen Wachsen oder Weichen. Massentierhaltung wollte ich nicht. Wir haben uns für den anderen Weg entschieden und auf Klasse gesetzt.“

16 Kühe bringt er in seinem „König-Reich“ unter – mehr Plätze gibt es nicht. Von Ostern bis September entscheiden sie selbst, ob sie ihren Tag im Stall oder auf der Weide verbringen. Ihre Milch wird auf dem Hof komplett zu Käse verarbeitet. „Wir machen alle zwei Tage Käse. Jeden Tag zweimal melken – das bringt 6.500 Liter Milch pro Kuh pro Jahr, die wir in unserer Käserei direkt verarbeiten“, so König. Der umtriebige Schmalzmüller macht aber nicht nur 6 Tonnen Käse pro Jahr, er bietet auch Seminare und Kurse an. Dabei erfahren die Teilnehmer*innen alles rund um den Herstellungsprozess und machen unter Anleitung selbst Käse.

Als weiteres Standbein hat er das Austragshaus der Mühle zu gemütlichen Ferienwohnungen umgebaut und direkt am Fluss zusätzlich ein modernes Massivholzhaus mit zwei Wohnungen errichtet. Eine davon ist komplett barrierefrei. Vom Whirlpool aus können die Gäste des „Wohlfühl-Hofs“ den wunderbaren Blick auf den Hesselberg oder in die Sterne genießen – bei schlechtem Wetter von einem Glasdach geschützt. Auch eine Infrarotkabine und eine Sauna sorgen für Entspannung. Oder sie gehen mit Hofhund Basti spazieren, spielen mit einer der sechs Katzen, besuchen die 15 Hühner in ihrem Freigehege, den Hahn, helfen Fritz beim Stalldienst – die Schmalzmühle bietet für jeden Geschmack das richtige Angebot.

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    Die denkmalgeschützte Schmalzmühle, umgeben von zwei Armen der Wörnitz.

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    Die Kühe bekommen nur selbst erzeugtes Futter. Neben Gras stehen Heu, Mais, Müsli (gequetschtes Getreide), Luzerne und fränkisches Soja auf der Speisekarte.

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    Alle zwei Tage verarbeitet Fritz König die Milch seiner Kühe komplett zu Käse.

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    Unter Anleitung selbst Käse machen – in Seminaren und Kursen erzählt Fritz König viel Wissenswertes über den Herstellungsprozess.

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    Die Feriengäste erwartet ein vielfältiges Freizeitangebot. Oder sie helfen Fritz bei der Arbeit auf dem Hof.

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    In dem modernen Massivholzhaus sind zwei Ferienwohnungen eingerichtet – eine davon komplett barrierefrei.

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    Neben 16 Kühen, dem Hofhund und sechs Katzen leben momentan 15 Hühner und ein Hahn auf dem Hof.

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    In dem historischen Sägewerk wird heute noch gearbeitet – natürlich mit selbst erzeugtem Ökostrom.

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    Der eigene Wald liefert Hackschnitzel für die Heizung und das warme Wasser.

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    Die leicht hügelige Landschaft rund um den Hesselberg bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten.

Man könnte meinen, Landwirtschaft, Käserei, Laden, Seminarangebote und Feriengäste würden Fritz König auslasten – aber er macht noch mehr: Die ehemalige Getreidemühle nutzt er zur Stromerzeugung und versorgt den Betrieb komplett mit regenerativem Strom. Wo das Wasserrad einst das Mühlwerk antrieb, arbeiten heute zwei Turbinen und nutzen die Wasserkraft zur Energieerzeugung. Was nicht direkt vor Ort verbraucht wird, speist König ins Netz der N-ERGIE ein. Insgesamt wird der jährliche Ausstoß an CO2 so um durchschnittlich 34,6 Tonnen verringert.

„Wir gehen auf der gesamten Insel möglichst umsichtig mit der Natur und ihren Ressourcen um. Unsere Felder und Wiesen bewirtschaften wir nachhaltig, erzeugen das Futter für unsere Kühe und Kälber selbst, verkaufen unseren Käse zusammen mit anderen regionalen Produkten im Hofladen und in Dorfläden der Gegend. Das sorgt für kurze Wege. Für unsere Heizung nutzen wir Hackschnitzel aus dem eigenen Wald. Auch bei der Sanierung der historischen Gebäude und beim Neubau des Holzhauses haben wir darauf geachtet, natürliche Rohstoffe zu verwenden. Nachhaltig mobil sind wir ebenfalls: Seit 2016 nutzen wir E-Autos für unsere Fahrten und versorgen auch unsere Gäste mit Ökostrom über unsere Wallboxen.“

In Eile haben wir Fritz König nicht erlebt – mit ruhiger Hand und viel Humor leitet er sein ‚König-Reich Schmalzmühle‘. Zum Schluss führt er noch das historische Sägewerk vor: „Nur ein bisschen Lohnschnitt – große Aufträge nehme ich nicht an!“ In jedem Satz wird klar, dass Fritz König liebt, was er tut.

Hintergrundinformationen

Eine ehemalige Mühle in Insellage – umschlossen von zwei Seitenarmen der Wörnitz liegt die Schmalzmühle in Röckingen am Fuße des Hesselbergs. Die heutigen Besitzer haben sie mit Liebe restauriert und erhalten die Gebäude erfolgreich mit Landwirtschaft, einer Käserei, Ferienwohnungen und Stromerzeugung mittels Wasserkraft. Dabei wird konsequent auf Nachhaltigkeit geachtet.

Weitere Informationen unter:
www.schmalzmuehle.de

Schmalzmühle

Gründung: 1520
Baujahr Mühlengebäude: 1660
Hoffläche: 6.250 m²
Gesamtfläche der Insel: 21.000 m²
Kühe: 16
Käseproduktion pro Jahr: 6 t
Anzahl Käsesorten: 4
Elektrofahrzeuge: 2
Ferienwohnungen: 6
Stromproduktion aus Wasserkraft: 8–10 KWh
Jährliche Verringerung CO2-Ausstoß: 34,6 t

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